Fußtouren

Mörderische Spuren - Tatorte in Mitte

Mord und Totschlag, verruchtes Rotlichtmilieu, Bühne der Boheme, Endstation für Arme und Arbeitslose und Schlupfwinkel für viele Berufsverbrecher und kleine Ganoven - um 1900 bis in die dreißiger Jahre hinein gehörten die heruntergekommene Gegend rund um den Alexanderplatz und das einstige Scheunenviertel zum Zentrum der Berliner Unterwelt. Zahlreiche Spelunken und zwielichte Amüsierlokale, enge und dunkle Hinterhöfe, ärmliche Behausungen und blutige Verbrechen prägten das Bild dieses verrufenen Stadtteils.
Wo lebte der Massenmörder Karl Grossmann? Wer erschoss die schöne Frieda? Und was hat es auf sich mit dem kuchensüchtigen Kommissar vom Alexanderplatz?

Eine kriminalhistorische Spurensuche und Impressionen einer romantisch verklärten Verbrecherwelt.

Ich bin was ich bin - Rund um den Nollendorfplatz

Berlin in den wilden 20er Jahren - geprägt von einer unbändigen Lust nach Leben. In einem rasanten Tempo entstehen Stätten der Vergnügung - Kinos, Theater, Varieté, zwielichte Bars und literarische Salons. Jenseits der herrschenden Moral wird auch die homoerotische Freizügigkeit kultiviert. Wie kein anderer Bezirk spiegelt Schöneberg die selbstbewusste und auch tragische Geschichte der homosexuellen Lebenskultur wider. Eine Reise durch die einstige Glitzerwelt, Geschichten über Verfolgung und Unterdrückung und Impressionen aus einer verrückt-verruchten Vergangenheit und Gegenwart.

Auf Spurensuche: Mehrsprachigkeit in Berlin

Berlin ist mehrsprachig. Viele historische Begebenheiten und Bauwerke in dieser Stadt sind mit einer anderen als der deutschen Sprache verbunden. An vielen Orten wird die Sprachenvielfalt explizit gefeiert und präsentiert. Und noch nie bot das Berliner Bildungssystem mehr Auswahl beim Erlernen einer Fremdsprache.
Wo und warum wurden und werden welche Sprachen in Berlin gesprochen?
Kann man mit Gebärden sprechen? Und wieso müssen geniale Musiker nicht miteinander reden können?

Ein Spaziergang vom Pariser Platz bis zum Sony Center, Geschichten über ein Weihnachtsfest mit amerikanischen Soldaten und Impressionen aus einer Stadt, in der Menschen aus 187 Nationen miteinander leben.

Das Konzept zu dieser Führung entstand im Rahmen des Projektes „Sprachen ohne Grenzen“ in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei. Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ein begleitendes Handout.


Die Legende vom Scheunenviertel

Das Scheunenviertel - einst Schlupfwinkel für Kriminelle, Prostituierte und Gescheiterte, zugleich magischer Anziehungspunkt für Neugierige, Intellektuelle, Künstler und Abenteurer und vorläufige Endstation für viele verfolgte Juden aus Osteuropa. Hier wurden Betstuben und Talmudschulen errichtet, hier machten Ganoven ihre Geschäfte und hier suchten Freier ihre Mädchen. Diese Melange aus einer strenggläubigen jüdischen Lebenswelt, dem Ambiente eines unangepassten, halblegalen und verruchten Vergnügungsviertels und Revolution schuf die Grundlage für den Mythos vom Scheunenviertel, wie ihn Alfred Döblin, Gerhard Hauptmann, Joseph Roth und viele andere in ihren Geschichten und Beobachtungen verewigt haben. Impressionen aus einer faszinierenden und geheimnisvollen Vergangenheit.

Kunst, Kultur und Kommerz - Hackescher Markt und Umgebung

Die sogenannte Spandauer Vorstadt bezeichnet ungefähr die Gegend westlich vom Rosa-Luxemburg-Platz bis zur nördlichen Friedrichstraße und wird im Norden von der Torstraße begrenzt. Im 18. Jahrhundert noch vor den Toren Berlins gelegen, entstand hier ein Elendsviertel mit Mietskasernen, Baracken und düsteren Hinterhöfen. Armenhäuser, Gauner und leichte Mädchen schufen das Milieu für Döblins Biberkopf. Zwischen authentischem Verfall und aufwendiger Modernisierung findet sich heute eine bunte Mischung aus alternativer Szene, Kunst, Kultur, Gastronomie und Lifestyle.

Vorschäge:

Kunsthaus Tacheles, Oranienburger Straße, Auguststraße, Altes Postfuhramt, Heckmannhöfe, Jüdische Synagoge, Große Hamburger Straße, Hackesche Höfe, Rosenhöfe, Haus Schwarzenberg, Tipp: Besuch der Blindenwerkstatt Otto Weidt und/oder des Anne-Frank-Zentrums

Politik Macht Architektur - Das Regierungsviertel

Seit 1991 ist Berlin wieder die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, und im Herzen der Stadt entstand das neue politische Zentrum. Neben dem modernisierten Reichstag und anderen historischen Gebäuden demonstrieren architektonisch imposante Neubauten die bundespolitische Macht. Es ist ein Ort der Offenheit und Transparenz – aber auch der hohen Zäune und Überwachungskameras.

Ein Spaziergang durch das Regierungsviertel, ein kurzer Blick auf die Politik und Impressionen von der Leichtigkeit der Häuser, in denen manchmal schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden.

Unter den Linden - Berlins schönste Straße

Einst als Allee für die Jagdausflüge des Hofes bestimmt, diente sie schon bald als Paradestraße und Flanierkorso in der Residenzstadt. Im Laufe der wechselvollen Geschichte dieser Straße wurde vieles zerstört, wieder aufgebaut oder neu errichtet. Ein Spaziergang entlang den "Linden" und Impressionen aus der glanzvollen Preußischen Geschichte.

Vorschläge:

Areal des ehemaligen Stadtschlosses, Palastruine, Berliner Dom, Lustgarten, Museumsinsel, Schloßbrücke, Zeughaus, Neue Wache, Staatsoper, St-Hedwigs-Kathedrale, Königliche Bibliothek, Humboldt-Universität, Reiterstandbild Friedrich II., Deutsche Staatsbibliothek, Ecke Friedrichstraße, Haus der Komischen Oper, Botschaft der ehemaligen Sowjetunion, der heutigen GUS-Staaten, ZDF-Hauptstadtstudios, Pariser Platz, Brandenburger Tor

Potsdamer Platz und Leipziger Platz - damals und heute

In den zwanziger Jahren avancierte dieses Areal zum Vergnügungszentrum und Verkehrsknotenpunkt der Reichshauptstadt. Es ist kaum noch vorstellbar, dass zur Zeit der Teilung die Berliner Mauer hier auf ödem Brachland stand. Auf Hochständen konnte man von West-Berlin aus auf das graue Niemandsland, Stacheldraht und Hinterlandmauer blicken. Jetzt prägen die imposanten Hochhausfassaden aus Glas und Stahl und die Zeltüberdachung des Sony-Centers die Silhouette von Berlin. Zu jeder Tages- und Nachtzeit pulsiert hier das Leben in den Restaurants, Kinos, im Musical-Theater und Casino.

Vorschläge:

Daimler-Chrysler-Areal: Marlene-Dietrich-Platz, Potsdamer Platz Arkaden, Sony-Areal: Filmhaus und Mediathek, Esplanade Residenz, Kaisersaal, Sony Center, Leipziger Platz, Besonderer Tipp: Mit dem Fahrstuhl zur Aussichtsplattform im Kollhoff-Hochhaus

 

Von Menschen und Mythen - Der Prenzlauer Berg

Vor den Toren der Stadt gelegen, avancierte der einstige Windmühlenberg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch und schon einmal zum beliebtesten Ausflugsziel der bier- und schnapsdurstigen Berliner. Das rasante Wachstum der Bevölkerung führte zu einem Bauboom, der dem Prenzlauer Berg das größte sanierte Gründerzeitgebiet Deutschlands hinterlassen hat. Der junge Bezirk ist geprägt von einem stets unangepassten und revolutionären Charakter und eng verbunden mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung. Heute bestimmen der Charme des Maroden, das Nebeneinander von Aufbruch und Nostalgie und die vielen kleinen Bars und Cafés die Atmosphäre der Straßen und Plätze.

Eine Zeitreise durch einen spannenden Teil der Stadtgeschichte und Impressionen von der Kunst, das Leben zu genießen.


Savoir vivre - Gendarmenmarkt und südliche Friedrichstraße

Er trägt zu Recht den Namen "Schönster Platz Berlins". Und aus gutem Grund wählen immer häufiger Filmfirmen diesen Ort als Kulisse für große Produktionen. Der Gendarmenmarkt hat eine ganz besondere Atmosphäre - bedingt durch die prachtvolle klassizistische Baukunst. Er ist Oase in unmittelbarer Nachbarschaft zur eleganten Shoppingmeile Friedrichstraße. Ob Einkaufen oder Speisen - hier kann man es auf höchstem Niveau.

Vorschläge:

Rundgang am Gendarmenmarkt - Französischer Dom, Deutscher Dom, Konzerthaus Berlin, Schiller-Denkmal, Flanieren an der Friedrichstraße - Hofgarten am Gendarmenmarkt, Friedrichstadtpassagen, Galerie Lafayette, Quartier 106, Quartier 205

                                   

Nicht zu übersehen - der Alexanderplatz

Er gehört gewiss nicht zu den schönsten Plätzen in Berlin. Und doch, könnten Orte erzählen, so hätte der Alexanderplatz viel zu berichten -  von Woll- und Viehmärkten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, von einem 356 m hohen Fernsehturm, der ihm im Jahre 1969 an die Seite gestellt wurde, von einer der größten Massenkundgebungen in der DDR-Geschichte im November 1989, von den vielen Menschen, die Tag für Tag diesen Platz überqueren und von seiner interessanten Umgebung. Es ist ein Ort des Werdens, der, wenn die Bagger eines Tages abziehen, ein völlig neues Gesicht haben wird.

Vorschläge:

Alexanderplatz - Haus des Lehrers, Kongresshalle, Weltzeituhr, Alexanderhaus, Berolinahaus, Brunnen der Völkerfreundschaft, Fernsehturm, Marienkirche, Neptunbrunnen, Rotes Rathaus, Marx-Engels-Forum, Abstecher: Rosenstraße, Dom Aquarée, Heilig-Geist-Kapelle

Im Westen viel Neues...und Altbewährtes - Rund um den Kurfürstendamm

Die fast schon im Abseits geglaubte West-City Berlins präsentiert sich stolz, modern und selbstbewusst. Und noch immer gehört ein Besuch im KaDeWe zum absoluten Muss für jeden Shopping-Fan. Entdecken Sie prachtvolle Gründerzeitbauten, die vielen Straßencafés, edle Geschäfte, kleine Galerien und Antiquitätenläden ebenso wie Restaurants, die obligatorischen Fastfoodketten, Straßenhändler und Pflastermaler.

Vorschläge:

Bahnhof Zoo, Theater des Westens, Fasanenstraße, Kranzler-Eck, Kaufhaus Wertheim, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Breitscheidplatz mit Weltkugelbrunnen, Europa-Center, Tauentzienstraße, KaDeWe, Abstecher: Savignyplatz, Kantstraße mit Stilwerk-Designcenter

Nationalsozialismus: Opfer, Täter und Widerstand

Im "Dritten Reich" war Berlin nicht nur Sitz der Reichsregierung. Die Ansammlung der Führungsspitzen von Verwaltung, Justiz und Wehrmacht, von SS und Geheimer Staatspolizei machten die Reichshauptstadt zu einem mörderischen Zentrum der Macht und Willkürherrschaft. Entrechtung erzeugt Mut und Auflehnung, und so finden sich auch viele kleine und große Beispiele des Widerstandes gegen die Terrorherrschaft. Ein Weg zu stillen und auch großen Orten der Erinnerung und Impressionen aus dem unfassbarsten Kapitel der Berliner Geschichte.

Die Opfer

Stationen:

Große Hamburger Straße, The Missing House, Otto Weidt - Blindenwerkstatt, Anne-Frank-Zentrum, Stolpersteine, Neue Synagoge, Rosenstraße, Neue Wache, Bebelplatz, Bernhard-Lichtenberg-Kapelle in der St.-Hedwig-Kirche; nach Absprache zu Fuß oder mit dem Linienbus 200 zum Denkmal für die ermordeten Juden in Europa

Täter und Widerstand

Stationen:

Bendlerblock/Gedenkstätte des Deutschen Widerstandes, Wilhelmstraße - Reichskanzlei und Ministerien, Denkmal für die ermordeten Juden in Europa, Führerbunker, Topographie des Terrors

b Die Touren zum Thema Nationalsozialismus sind auch als 3-stündige Radtour kombinierbar.

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